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Die Zukunft der Internen Revision: Was Studien und Praxis zeigen

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24. November 2025
Beate Zuchantke
IT-Revision, KI und Digitalisierung
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Interne Revision 2026: Digitalisierung, ESG und neue Standards im Fokus
 

Die Interne Revision befindet sich im Wandel. Zwischen regulatorischen Neuerungen, technologischen Entwicklungen und wachsendem gesellschaftlichem Druck durch ESG-Kriterien verändern sich Aufgabenprofil und Erwartungen an Revisionsabteilungen grundlegend.

Wie steht es um die Zukunft der Internen Revision in Deutschland? Diese Frage stand im Zentrum einer empirischen Untersuchung von Felix Harnisch an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, betreut von Prof. Dr. Andre Heerlein. Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke in die aktuelle Lage und zukünftige Ausrichtung der Revisionsfunktion in deutschen Organisationen.

1. Der Blick in die Theorie

Was die Fachliteratur zur Zukunft der Internen Revision sagt: Standards, ESG und Digitalisierung liegen im Fokus

Die Fachliteratur – darunter Beiträge des DIIR, des IIA und Studien von KPMG, EY sowie wissenschaftliche Publikationen – ist sich einig: Die Interne Revision steht vor einer Neuverortung. Drei Themenfelder dominieren:

Global Internal Audit Standards (GIAS): Die ab Januar 2025 verbindlichen neuen Standards definieren die berufliche Praxis weltweit neu (Quelle: IIA, 2024). Sie fordern unter anderem mehr Unabhängigkeit, strategische Steuerung und professionelle Kommunikation in der Revision.

ESG & Nachhaltigkeit: ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance) müssen zunehmend integraler Bestandteil der Revisionsarbeit werden. Das betrifft nicht nur die Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD, ESRS, EU-Taxonomie), sondern auch Compliance entlang der Lieferkette (LkSG, CSDDD) und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten (Quellen: EY 2022, DIIR ESG-Prüfleitfaden 2025).

 

Digitalisierung & KI: Automatisierung, Datenanalyse, KI-gestützte Tools – die digitale Transformation hat auch die Revision erfasst. Insbesondere repetitive Prüfprozesse lassen sich durch Technologien effizienter gestalten und bieten neue Chancen der Risikofrüherkennung
(Quellen: ZIR 2025, Ibo GmbH, Ascheberg 2025).

2. Was die Praxis wirklich sagt

Was die Praxis tatsächlich bewegt: Ergebnisse der Umfrage

Eine Befragung von 37 Fachkräften aus der Internen Revision, deren Teilnahme von der Haub + Partner GmbH organisiert wurde, zeigt ein deutliches Meinungsbild:

  • Digitalisierung und KI gelten als mit Abstand wichtigste Zukunftsthemen.
  • Betrugsprävention wird als Querschnittsaufgabe mit hoher Relevanz gesehen.
  • ESG-Themen sind vor allem im Finanzsektor zentraler Bestandteil der Revisionsarbeit, während im öffentlichen Sektor noch Zurückhaltung herrscht.
  • GIAS-Umsetzung erfolgt vielerorts nur teilweise; insbesondere kleinere Teams beklagen fehlende Ressourcen und mangelnden Rückhalt durch die Führung.

Diese Einschätzungen decken sich mit dem Bild aus der Literatur und unterstreichen: Der Transformationsdruck ist real – aber die Umsetzung gestaltet sich komplex. Die strukturelle Verankerung der Revision ist ein weiterer entscheidender Faktor:
Die Mehrheit der Teilnehmenden arbeitet in zentral organisierten Revisionsfunktionen. Dies kann sowohl Effizienzvorteile als auch eine stärkere Standardisierung begünstigen.

 

 

3. Theorie trifft Realität

Revisionspraxis im Abgleich: Theorie vs. Wirklichkeit

Ein besonders interessanter Befund der Studie: Theorie und Praxis stimmen bei zentralen Themen häufig überein, unterscheiden sich jedoch bei der konkreten Umsetzungsreife:

Automatisierung und Datenanalyse: Die Literatur empfiehlt deren konsequenten Ausbau – in der Praxis besteht ein klarer Fortbildungsbedarf.

ESG-Themen: Während ESG in Publikationen als zukunftsentscheidend gilt, hinkt vor allem der öffentliche Sektor hinterher.

GIAS: Die Literatur fokussiert auf professionelle Standards und Bewertungsmodelle – in der Realität scheitert es häufig an personellen oder strukturellen Voraussetzungen.

Diese Beobachtungen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Interne Revision im Wandel erlebt wird – abhängig von Branche, Teamgröße und Ressourcenlage.

Besonders deutlich wird die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität bei der Umsetzung der neuen GIAS-Standards: Nur ein kleiner Teil der Teilnehmenden gibt an, diese bereits vollständig implementiert zu haben (siehe Abbildung 2).

4. Handlungsempfehlungen für den Wandel

Empfehlungen für Revisionsverantwortliche

Wer die Zukunft der Internen Revision aktiv mitgestalten möchte, sollte folgende Handlungsfelder priorisieren:

Kompetenzaufbau in Datenanalyse und KI: Hier liegt der größte Fortbildungsbedarf.

ESG-Know-how verankern: Auch wenn regulatorischer Druck variiert, ist ESG ein strategisches Thema mit wachsender Bedeutung.

Revisionsstrategie und Leitbild entwickeln: Klare Zielbilder helfen, neue Standards wie GIAS wirksam umzusetzen.

Interdisziplinäres Denken fördern: Kommunikation, Change Management und IT-Verständnis werden zunehmend zur Kernkompetenz von Revisorinnen und Revisoren.

5. Kontext und Interpretation

Einordnung aus der Praxis (nicht Teil der Studie)

Einige Studienergebnisse lassen sich durch Beobachtungen aus der Praxis zusätzlich einordnen:

  • Warum ESG im öffentlichen Sektor weniger präsent ist: Denkbar ist, dass geringere gesetzliche Berichtspflichten und knappe Ressourcen eine Rolle spielen. Öffentliche Einrichtungen stehen zudem häufig unter geringerem externem Druck von Investoren oder Aufsichtsbehörden.
  • GIAS-Implementierung in kleinen Teams: Erfahrungen zeigen, dass besonders kleinere Revisionseinheiten Schwierigkeiten bei der Umsetzung neuer Standards haben – sei es wegen fehlender Kapazitäten, fehlendem Zugang zu externer Beratung oder geringer Prioritätensetzung auf Führungsebene.
  • Digitalisierungspotenzial bleibt oft ungenutzt: Während viele Revisionen digitales Potenzial erkennen, fehlt es häufig an konkreten Projekten oder technischer Infrastruktur, um z. B. Datenanalysen systematisch einzusetzen.

Diese Ergänzungen basieren nicht auf der Umfrage selbst, sondern auf branchenüblicher Praxis und aktuellen Fachdiskussionen.

Fazit mit Zukunftsblick

Die Zukunft der Internen Revision – zwischen Pflicht und Potenzial

Die Studie zeigt deutlich: Revisionsabteilungen stehen nicht mehr nur für Kontrolle, sondern zunehmend für Steuerung, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit.
Ob dieser Wandel gelingt, hängt maßgeblich von der Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung ab. Wer die Zukunft der Internen Revision ernst nimmt, sollte den Wandel als Chance zur Professionalisierung und Positionierung der Revision als echten Governance-Partner verstehen.

Quellenverweise

Harnisch, Felix / Heerlein, Andre: Management Summary – Aktuelle Fragestellungen in der Internen Revision, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Berlin, 2025.

Harnisch, Felix: Präsentation: Aktuelle Fragestellungen in der Internen Revision – Ermittlung von möglichen Themen für eine Konferenz, Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, 2025.

FAQ: 10 häufige Fragen zur Zukunft der Internen Revision

1. Was bedeutet „Zukunft der Internen Revision“ konkret?

Die „Zukunft der Internen Revision“ beschreibt den laufenden Wandel von einer klassisch kontrollierenden hin zu einer strategisch gestaltenden Funktion. Revisionsabteilungen übernehmen zunehmend Verantwortung für Governance, Digitalisierung und Nachhaltigkeit – unterstützt durch neue Standards, Datenanalysen und KI-gestützte Prozesse. Der Begriff steht somit für eine Profession im Übergang: zwischen regulatorischem Druck und digitaler Innovation.

2. Welche Themen beschäftigen Revisorinnen und Revisoren derzeit am meisten?

Zu den Themen, die Revisorinnen und Revisoren laut Studie am meisten beschäftigen, zählen insbesondere Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI), Betrugsprävention und die Umsetzung der neuen GIAS-Standards.

3. Was sind die Global Internal Audit Standards (GIAS)?

Die Global Internal Audit Standards (GIAS) sind internationale Vorgaben, die ab Januar 2025 die Arbeit von Revisionsabteilungen weltweit neu strukturieren sollen – mit mehr Fokus auf Qualität, Unabhängigkeit und strategischer Ausrichtung.

4. Wie gut sind Unternehmen auf die GIAS vorbereitet?

Viele Unternehmen sind auf die GIAS-Standards bisher nur unzureichend vorbereitet. Die Mehrheit der befragten Fachkräfte gab an, dass die Umsetzung entweder noch nicht begonnen hat oder nur teilweise erfolgt ist – oft aus Ressourcenmangel.

5. Welche Rolle spielt ESG in der Internen Revision?

ESG (Environmental, Social, Governance) spielt in der Internen Revision eine zunehmend wichtige Rolle – vor allem in Finanzinstituten. Hier geht es um die Prüfung von Nachhaltigkeitsberichterstattung, Lieferkettenverantwortung und Governance-Strukturen.

6. Warum ist Digitalisierung in der Revision so wichtig?

Die Digitalisierung ist für die Interne Revision zentral, weil sie eine effizientere Prüfungsdurchführung, bessere Risikoeinschätzungen und den Einsatz von Automatisierung und KI ermöglicht – besonders bei wiederkehrenden Prüfprozessen.

7. Wie ist die Revisionsfunktion in den meisten Unternehmen organisiert?

Laut den Umfrageergebnissen ist die Revisionsfunktion in den meisten Unternehmen zentral organisiert. Das begünstigt Einheitlichkeit und Effizienz, hat aber auch Einfluss auf die Flexibilität und Nähe zu den operativen Bereichen.

8. Welche Kompetenzen werden in der Revision künftig besonders wichtig sein?

In Zukunft sind in der Internen Revision Kompetenzen wie Datenanalyse, ESG-Know-how, IT-Sicherheit, Kommunikationsfähigkeit und strategisches Denken besonders gefragt – über das klassische Prüfungswissen hinaus.

9. Wie unterscheiden sich Theorie und Praxis in der Internen Revision?

Die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis in der Internen Revision zeigen sich vor allem in der Umsetzung: Während die Fachliteratur ambitionierte Ziele formuliert, sehen sich viele Revisionsabteilungen mit begrenzten Ressourcen konfrontiert.

10. Was sollten Revisionsverantwortliche jetzt konkret tun, um die Zukunft der Internen Revision aktiv mitzugestalten?

Revisionsverantwortliche sollten jetzt konkret handeln, indem sie Fortbildung in Digitalisierung und ESG fördern, die Umsetzung der GIAS vorbereiten und eine klare Revisionsstrategie entwickeln – um die Interne Revision aktiv im Wandel zu positionieren.

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Beate Zuchantke
Über die Autorin

Beate Zuchantke

Ich bin Content Managerin bei der HAUB + PARTNER GmbH und bereits seit vielen Jahren Teamleiterin Grafik. Ich freue mich, Sie mit aktuellen Themen, Trends und Innovationen rund um das Thema Interne Revision zu informieren.

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